Pressekonferenz am 11. Mai 2026
Rotlichtmissachtung. Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr
Rotlichtmissachtung ist in Österreich seit Jahren ein zentrales Thema der Verkehrssicherheit – und ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Was oft als „kurzes Risiko“ wahrgenommen wird, führt in der Realität regelmäßig zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen. Besonders problematisch ist dabei, dass alle Verkehrsteilnehmer betroffen sind – vom Pkw-Lenker bis zum Fußgänger.
© Land OÖ/Daniel Kauder
Mag. Günther Steinkellner (Landesrat für Infrastruktur) und Dr. Peter Aumayr, (Leiter der Abteilung Verkehr) – Fotograf: Daniel Kauder; Bildrechte: Land OÖ
Zentrale Fakten
Rotlichtmissachtung zählt in Österreich zu den wesentlichsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Gemeinsam mit Vorrangverletzungen ist sie die zweithäufigste Unfallursache. Besonders gravierend sind die Folgen: Bei den Verletzten liegt sie an zweiter Stelle, bei tödlichen Verkehrsunfällen an dritter.
Rund ein Viertel aller Verkehrsunfälle ist auf Vorrangverletzungen inklusive Rotlichtmissachtung zurückzuführen. Im Schnitt kommt es jährlich zu rund 700 Unfällen mit Personenschaden, bei denen eine rote Ampel missachtet wird. Dabei werden mehr als 800 Menschen verletzt, teils mit tödlichen Folgen.
Unser Ziel ist es, mehr Bewusstsein für dieses Risiko zu schaffen – denn jede Missachtung einer roten Ampel kann einen Unfall auslösen. Wer bei Rot fährt oder geht, entscheidet sich bewusst für ein unnötiges Risiko
Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner
Verbreitung von Rotlichtmissachtung
Rotlichtmissachtung ist kein seltenes Fehlverhalten. Rund 40 Prozent der Bevölkerung geben an, in den letzten fünf Jahren zumindest einmal bei Rot gefahren oder gegangen zu sein. Beobachtungen zeigen, dass etwa 6 Prozent aller Verkehrsteilnehmer Kreuzungen bei Rot queren. Seite 4
Besonders häufig wird Rotlicht von Fußgängern, Radfahrern und E-Scooter-Fahrern missachtet – im Pkw-Verkehr sind die Anteile geringer, die Folgen jedoch oft schwerwiegender.
Neue Kampagne des Landes OÖ: „ROT HEISST STOP“
Um genau hier anzusetzen, startet das Land Oberösterreich eine neue Verkehrssicherheitskampagne unter dem klaren Motto:
„ROT HEISST STOP“
Die Kampagne setzt bewusst auf einen modernen Zugang: Statt erhobenem Zeigefinger werden Rotlichtmissachter mit Humor und Augenzwinkern angesprochen. Das Land Oberösterreich greift damit erneut auf einen humorvollen Kampagnenstil zurück, wie er bereits bei „Sei kein Ungustl“ erfolgreich eingesetzt wurde.
Die zentralen Elemente der Kampagne „Rot heißt Stop!“:
- Humorvolle Videos, die typische Alltagssituationen überspitzt darstellen
- Radiospots, die breite Aufmerksamkeit schaffen
- prägnante Printsujets, die die Botschaft klar auf den Punkt bringen
Die Kampagne nimmt typische Ausreden und Verhaltensmuster auf und hält den Verkehrsteilnehmern dabei auf humorvolle Weise den Spiegel vor.
Ziel der Kampagne
Die Botschaft ist klar: Rot heißt Stop – ohne Ausnahme.
Denn jede Missachtung einer roten Ampel kann zu einem Unfall führen – und im schlimmsten Fall Menschenleben kosten.
Rot heißt Stop! Wer das Rotlicht einer Ampel missachtet, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern setzt auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. ‚Sicher ans Ziel‘ braucht Rücksicht und keine riskante Eile!
Dr. Peter Aumayr, Leiter der Verkehrsabteilung des Landes Oberösterreich
Fazit
Rotlichtmissachtung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine der zentralen Gefahren im Straßenverkehr. Sie ist weit verbreitet, wird häufig unterschätzt und hat oft schwerwiegende Folgen.
Mit der Kampagne „ROT HEISST STOP“ setzt das Land Oberösterreich gezielt auf Bewusstseinsbildung – mit einem humorvollen Zugang, der im Gedächtnis bleibt und zum Umdenken anregen soll.